Was sind Weichmacher? Was sind Phthalate und warum benötigt man phthalatfreie Weichmacher?

Weichmacher sind Stoffe, die spröden Materialien zugesetzt werden, um sie weich, flexibel oder dehnbar zu machen, damit sie einfacher zu bearbeiten sind oder be-stimmte Gebrauchseigenschaften erreichen. Phthalatfreie Weichmacher dienen als umweltfreundliche Substitute für Phthalate.

Erst die Zugabe von Weichmachern verleiht dem an sich harten und spröden Kunststoff Polyvinylchlorid (PVC) elastische Eigenschaften – und ermöglicht somit Anwendungen als Weich-Kunststoff. Weichmacher sollten weiterhin eine Reihe von Eigenschaften besitzen, wie z.B. licht-, temperatur- und wasserbeständig, geruchs- und farblos, schwer entflammbar, wenig flüchtig und natürlich nicht gesundheitsschädlich sein. Sie sind in großen Mengen in Kunststoffen, Lacken, Anstrich- und Beschichtungsmitteln, Dichtungsmassen, Kautschuk- und Gummiartikeln sowie in Klebstoffen enthalten. Auch bei der Textilveredlung spielen weichmachende Substanzen eine Rolle, um die Griffigkeit und Geschmeidigkeit zu verbessern. Etwa 35 % des produzierten roh-PVCs wird zu Weich-PVC weiterverarbeitet (PVCplus 2005).

Was sind Phthalate?

Phthalate sind Verbindungen der Phthalsäure (1,2-Benzoldicarbonsäure) mit verschiedenen Alkoholen (Phthalsäureester). Phthalate werden vor allem als Weichmacher für Kunststoffe eingesetzt. Erst ihre Zugabe verleiht dem an sich harten und spröden Kunststoff Polyvinylchlorid (PVC) elastische Eigenschaften und ermöglicht, dass er als Weich-Kunststoff eingesetzt wird. Die chemische Industrie produziert in Westeuropa jährlich rund eine Million Tonnen Phthalate. Sie werden z.B. in Kabeln, Folien, Fußbodenbelägen, Schläuchen, Tapeten, Sport- und Freizeitartikeln eingesetzt. Mehr als 90 % gehen als Weichmacher in die Produktion des Weich-PVC (ECPI 2006). Produkte aus Weich-PVC bestehen durchschnittlich zu 30 bis 35 % aus Weichmachern (AGPU 2006).

Warum phthalatfreie Weichmacher?

Phthalate gelangen bei der Verwendung in die Umwelt und – sofern sie nur langsam abgebaut werden – dadurch auch in die Nahrungskette. Dann können sie in nennenswertem Umfang mit der Nahrung aufgenommen werden. Die direkte Aufnahme über die Haut ist nur bei den kurzkettigen Phthalatestern ausgeprägt, bei den übrigen Phthalatestern ist sie beim Menschen von untergeordneter Bedeutung.

Als Weichmacher setzt die Industrie sehr unterschiedliche Stoffe ein, mengenmäßig überwiegen gegenwärtig noch schwerflüchtige Phthalsäureester. Die fünf am häufigsten eingesetzten Phthalate sind: DIDP (Di-iso-decyl-phthalat), DINP (Di-isononyl-phthalat), DEHP (Di(2-ethylhexyl)phthalat), DBP (Di-butylphthalat) und BBP (Benzylbutylphthalat).

Die Mitgliedsstaaten der europäischen Union (EU) stuften die Phthalate DEHP, DBP und BBP als fortpflanzungsgefährdend ein. Ein Risiko für den Menschen oder die Umwelt ergibt sich bei den Risikobewertungen nur in wenigen Anwendungsbereichen – zum Beispiel bei Babyartikeln und Kinderspielzeug. Für diese Bereiche erteilte die EU-Komission mittlerweile ein Anwendungsverbot. Die chemische Industrie ersetzt seit einigen Jahren fortpflanzungsgefährdende Phthalate vor allem durch DIDP und DINP, die nicht als gefährliche Stoffe eingestuft sind. Für DIDP – und aus Vorsorgegründen auch für DINP – besteht in Europa dennoch ein Verbot für Babyartikel und Kinderspielzeug, das in den Mund genommen werden kann.

Im Jahr 2004 lag der Marktanteil nicht-phthalathaltiger Weichmacher in Westeuropa bei etwa 7 % (AGPUU 2006). Im Wesentlichen handelt es sich um adipate (ester der Adipinsäure), vor allem Di(2-ethylhexyl)adipat (DEHA) sowie Diisononyladipat (DINA), und um Citrate (Ester der Citronensäure), vor allem Acetyltributylcitrat (ATBC). Auch Phosphate mit gleichzeitig flammhemmender Wirkung fungieren als Weichmacher. DEHA findet sich vor allem in Lebensmittelverpackungen, das etwas schwerer flüchtige DINA überwiegend in Fußbodenbelägen und Vinyltapeten. ATBC dient vor allem als Ersatzstoff in Kinderspielzeug aus Weich-PVC. Diese nicht-phthalat haltigen Weichmacher weisen hinsichtlich ihrer ökotoxikologischen und toxikologischen Eigenschaften durchaus umweltschutzbezogene Vorteile gegenüber den Phthalaten auf.

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