Informationen zur neuen EU-Chemikalienpolitik

Die Vorregistrierungsphase für die so genannten „Phase-in“ Substanzen ist beendet. Seit dem 1.Dezember 2008 dürfen nur noch vorregistrierte oder registrierte Substanzen in der EU hergestellt, importiert oder in Verkehr gebracht werden, wenn ihre Menge von 1 Tonne pro Jahr überschritten wird.

Im Bezug auf die Europäische REACh-Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 (Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung chemischer Stoffe) befindet sich die Hugo Häffner Gruppe grundsätzlich in der Rolle des nachgeschalteten Anwenders und nur sehr selten in der Rolle des Vorregistranten. Aus diesem Grunde war es die Aufgabe unserer Zulieferer, die an die Häffner Gruppe gelieferten Stoffe vor zu registrieren und zu registrieren.

Für den Fall von Liefereinstellungen seitens eines Zulieferers werden wir unsere Kunden rechtzeitig informieren und eventuell notwendige Schritte einleiten.

Die Hugo Häffner Gruppe bestätigt zum gegenwärtigen Zeitpunkt als auch in Zukunft REACH-konform zu handeln. Das schließt auch die rechtzeitige Kommunikation innerhalb der Lieferkette ein, die durch REACH gefordert wird (wie z.B. die Informationsweitergabe über den Gehalt an besonders Besorgnis erregenden Stoffen im Häffner Vertriebsprogramm).

Die REACH-Verordnung gibt vor, dass Stoffe mit hohem Gefährdungspotential ein Zulassungsverfahren durchlaufen müssen. Diese Stoffe werden auf der sogenannten Kandidatenliste (Anhang XIV) genannt. In diesem Zulassungsverfahren werden die Verfügbarkeiten von Alternativen und deren eventuellen Risiken und gleichzeitig die wirtschaftliche und technische Durchführbarkeit geprüft.

Die Kandidatenliste können Sie auf folgender Internetseite der ECHA einsehen: Kandidatenliste

Die Hugo Häffner Gruppe wird Stoffe der Kandidatenliste in ihren Sicherheitsdatenblättern (Kapitel 3) nennen, wenn solche Stoffe zu mehr als 0,1 Prozent in ihren Produkten enthalten sind.

 

Verwendung und REACH

Die von unseren Kunden gemeldeten Verwendungszwecken werden, wie von REACH gefordert, entlang der Lieferkette „upstream“ kommuniziert. Die Registranten, respektive Hersteller, haben jedoch nur die Pflicht, den nachgeschalteten Anwender zu informieren, wenn eine Verwendung nicht berücksichtigt werden kann. Es gibt auch keine Pflicht seitens des Lieferanten, eine Verwendung als Teil des Registrierungsdossiers zu bestätigen, bevor eine Sicherheitsbeurteilung (CSA) ausgearbeitet werden kann. Eine Verwendung ist erst offiziell genehmigt, wenn das Registrierungsdossier akzeptiert worden ist. Die genehmigten Verwendungen werden dann via Expositionsszenarien in den erweiterten Sicherheitsdatenblättern kommuniziert.

Sicherheitsdatenblätter und Expositionsszenarien müssen jedoch nur für als gefährlich eingestuften Stoffe und Gemische erstellt werden. 

Bitte haben Sie Verständnis, wenn wir nicht in jedem Einzelfall eine Bestätigung ausstellen. Wir sind direkt von der REACh-Verordnung betroffen. Es ist eine Selbstverständlichkeit, alle Anforderungen des geltenden Chemikalienrechts zu erfüllen.

Sollten Sie detaillierte Auskünfte, bezüglich REACh, für ein bestimmtes Produkt wünschen, wenden Sie sich bitte an unseren REACh-Beauftragten Herrn Stöckle.

E-Mail: markus.stoeckle@hugohaeffner.com

REACH Zulassungsverfahren

Besonders besorgniserregende Stoffe werden schrittweise in Anhang XIV der REACh-Verordnung aufgenommen. Wenn eine Aufnahme erfolgt ist, dürfen sie nach einem festgelegten Ablauftermin nicht in Verkehr gebracht werden, außer, das betreffende Unternehmen hat eine Zulassung erhalten.

Besonders besorgniserregende Stoffe

Besonders besorgniserregende Stoffe sind:

  • krebserzeugende, erbgutverändernde oder fortpflanzungsgefährdende Stoffe (CMR) der Kategorien 1 und 2
  • persistente, bioakkumulierbare und toxische (PBT) oder sehr persistente und sehr bioakkumulierbare Stoffe (vPvB) entsprechend den Kriterien im Anhang XIII der REACh-Verordnung und/oder
  • im Einzelfall ermittelte Stoffe, die nach wissenschaftlichen Erkenntnissen wahrscheinlich schwerwiegende und ebenfalls besorgniserregende Wirkungen auf die menschliche Gesundheit oder auf die Umwelt haben wie die oben genannten Stoffe, z.Bsp. Stoffe mit endokrinen Eigenschaften.

Gründe und Verfahren bei der Regulierung

Stoffe mit gefährlichen Eigenschaften, die zu besonderer Besorgnis Anlass geben. Ihre Regulierung ist unerlässlich, da ihre mögliche Auswirkung auf Mensch und Umwelt schwerwiegend sein können und meistens nicht umkehrbar sind. Für zulassungspflichtige Stoffe gibt es keine Mindestmenge. Das Zulassungsverfahren setzt eine eingehende Bewertung voraus. Die Resultate aus der Bewertung werden gründlich diskutiert, bevor geeignete Beschlüsse gefasst werden.

Die Zulassung in der Praxis

Der Zulassungsprozess besteht aus 4 Schritten. Im dritten Schritt muss die Industrie besonderen Verpflichtungen nachkommen. Bei den Schritten 1 und 2 haben jedoch alle interessierten Kreise die Möglichkeit, einen Beitrag zu leisten.

Schritt 1: Ermittlung besonders besorgniserregender Stoffe (durch die Behörden)

Besonders besorgniserregende Stoffe lassen sich nach den zuvor beschriebenen Kriterien ermitteln. Dies geschieht durch die zuständigen Behörden der Mitgliedstaaten oder durch die Agentur (im Auftrag der Europäischen Kommission) und zwar durch die Erstellung eines Dossiers nach Anhang XV. Interessierte Kreise können sich zu Stoffen äußern, die für die Priorisierung in Frage kommen (die Kandidatenliste). Diese Liste wird von der Agentur veröffentlicht und in regelmäßigen Abständen aktualisiert.

Überprüfung: Alle Zulassungen werden nach einer bestimmten Zeitspanne überprüft, die von Fall zu Fall einzeln festzusetzen ist.

In Artikel 33 der REACH-Verordnung ist die Pflicht zur Weitergabe von Informationen über Stoffe in Erzeugnissen geregelt.

  • Jeder Lieferant eines Erzeugnisses, das einen die Kriterien des Artikel 57 erfüllenden und gemäß Artikel 59 Absatz 1 ermittelten Stoff in einer Konzentration von mehr als 0,1 Massenprozent enthält, stellt dem Abnehmer des Erzeugnisses die ihm vorliegenden, für eine sichere Verwendung des Erzeugnisses ausreichenden Informationen zur Verfügung, gibt aber mindestens den Namen des betreffenden Stoffes an.
  • Auf Ersuchen eines Verbrauchers stellt jeder Lieferant eines Erzeugnisses, das einen die Kriterien des Artikels 57 erfüllenden und gemäß Artikel 59 Absatz 1 ermittelten Stoff in einer Konzentration von mehr als 0,1 Massenprozent enthält, dem Verbraucher die ihm vorliegenden, für eine sichere Verwendung des Erzeugnisses ausreichenden Informationen zur Verfügung, gibt es aber mindestens den Namen des betreffenden Stoffes an.

Quellennachweis

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